Vereinsgeschichte von 1910 bis 2010
| Meldungen - Meldungen und Berichte |
Vereinsgeschichte 1910 - 2010
In einer Kurzfassung unserer Vereinsgeschichte möchten wir
diese 100 Jahre Revue passieren lassen.
Die Aufzeichnungen in der Presse und in unserer Festschrift, kann und soll nur ein grober Überblick unserer Vereinsgeschichte sein.
Wir hatten einige Deutsche Meister, viele Hessenmeister,
Bezirksmeister kann man sie gar nicht alle aufzählen.
Genannte Personen sollen stellvertretend für alle Sportler
und passive Mitglieder unseres Vereins zu sehen sein.
Wie fing es an, mit dem Radsport?
Vom Rad zum Fahrrad!
Das Rad – eine – Runde Scheibe – ist seit über 3 ½ Jahrtausenden im menschlichen Gebrauch.
Aber erst im Jahr 1817 entwickelte
KARL FREIHERR VON DRAIS
Die Laufmaschine, dem Vorgänger
unseres heutigen Fahrrades.
Wie entstand das Radballspiel?
Hier eine Geschichte:
Eines Tages", erinnerte sich Nicholas Edward Kaufmann, der berühmte Kunstradfahrer vor der Jahrhundertwende,
"lief mir ein kleiner Hund vors Rad. Rasch hob ich das Vorderrad und beförderte damit den Mopps so sanft es ging aus dem Weg mich vor einem Sturz retten, das Tier vor Verletzungen".
Das Kunststück per Zufall präsentierte der amerikanische Rad-Akrobat bald darauf im überfüllten Washington - Ring der Öffentlichkeit:
ein kleiner Polo ball war "Mopsersatz", ein anderer Kunstradfahrer, sein Spielpartner.
Man schrieb den 14.September 1883 - Es war der Geburtstag des Radballspiels.
Anfang der 90ziger Jahre, im vorigem Jahrhundert, wurden in Deutschland die ersten Radsportvereine gegründet.
Knapp 2 Jahrzehnte später, 1910, fanden sich in Langenselbold, 14 Männer zusammen, um auch hier einen Radsportverein –
den ARKB SOLIDARITÄT 1910 –e.V.
zu gründen.
Aus ihren Reihen wurde Heinrich Schadt zum 1. Vorsitzenden gewählt.
In den ersten Jahren pflegte man das Wanderfahren und das Reigenfahren auf Tourenrädern.
Auch suchte man den Kontakt zu andern Vereinen, um mit unseren Radsportdarbietungen ihr Fest zu verschönern.
Bereits 1914 – durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges – kam der Fahrbetrieb zum erliegen.
Zu Beginn der 20ziger Jahre– waren trotz der schmerzlichen Kriegsverluste – jüngere Sportler bereit, das Begonnene fortzuführen.
Nach dem Erwerb der ersten Kunstradmaschine wurde unter Leitung von Wilhelm Schmidt die erste Kunstfahrgruppe gebildet. In den weiteren Jahren konnte man weitere Maschinen anschaffen.
Der Trainingsfleiß wurde auch bald in Form von Meistertiteln belohnt.
1928 wurde auf der Sieb ein Stiftungsfest gefeiert und 1 Jahr später wurden im 4Einradfahren der erste Bezirksmeistertitel von
Heinrich und Wilhelm Häfner und Wilhelm Schmidt und Heinrich Schleich. geholt.
Mit der Machtübernahme 1933 erfolgte das Verbot des Bundes „SOLIDARITÄT“ und somit fand die enorme Aufwärtsentwicklung ein jähes Ende.
In der ersten Hälfte der 40ziger Jahre tobte noch der Krieg in Europa.
1946wurde durch die Initiative einiger Mitglieder, der Verein erneut ins Leben gerufen. Besonders der Weitblick unseres Mitglieds Heinrich Kleiber war es zu verdanken, das der Verein nicht mit Null anfangen musste. Er war es, der die beschlagnahmten Sportgeräte – nach dem Sportverbot – einen Teil erwerben konnte, und diese versteckte. Mit diesen vorhandenen Maschinen wurde der Grundstein für unseren heutigen Sportbetrieb gelegt.
Johannes Rinkübernahm dann die Vereinsführung.
Training erfolgte in den Sälen „Zum weißen Ross“, und Friedrichseck. Von der Gemeinde wurde uns dann die Turnhalle an der Gründau Schule (Bubenschule)für das
Training zur Verfügung gestellt. Bereits 1947 wurden die ersten Meistertitel gewonnen. 1949 wurde ein Wiedergründungsfest im Brauhausgarten gefeiert.
Um an einem Beispiel einmal anzuzeigen mit welchem Idealismus
die Sportler in der damaligen Zeit ihren Sport betrieben,
hier sei Helmut Ungermann genannt.
Er betrieb als erster in unserem Verein Radrennen, er musste zur Deutschen Meisterschaft nach Mannheim. Wie hinkommen war die Frage? Mit seiner Rennmaschine fuhr er von Selbold nach Mannheim, fuhr das Rennen, und fuhr wieder zurück nach Selbold.
Das wäre heute überhaupt nicht denkbar!
In den 50ziger Jahren wurde Friedrich Schmidt die Vereinsführung übertragen.
Einen ersten sportlichen Höhepunkt erzielte
1951 die Frauenmannschaft
Schröder-Uhrig-Leißner-Häfner im 4er Einrad fahren.
Sie errangen in Stuttgart den deutschen Meistertitel.
In der Vereinsführung kam mit Walter Mahr 1952 eine jüngere Generation zum Zuge.
Friedrich Schmidt oder auch liebevoll HERCHE genannt, wurde für seine Verdienste um den Radsport in einer schwierigen Zeit zum EHRENVORSITZENDEN ernannt.
1953wurde auf der Sieb ein großes Volksfest veranstaltet.
Dies hat auch zur Folge, dass sich viele junge Sportler sich unserem Verein anschloss, und später mit großem sportlichen Erfolgen aufwarten konnten,
Die 60ziger Jahre wurden mit dem 50 Jährigen Jubiläum gefeiert.
Dieses Jahrzehnt wurde aus sportlicher Sicht das erfolgreichste in unserer Vereinsgeschichte.
Helga Martin-Schulzwurde im 1er Kunstradfahren der Frauen die erfolgreichste Sportlerin unseres Vereins. Ihre Meistertitel waren Deutsche Meister und internationale Österreiche Meisterin, deutsche Vicemeisterin. 1965 wurde sie in Berlin Deutsche Meisterin, und verabschiedete sich vom aktiven Sport. Den Trainern Karl Einschütz, Karlheinz Dorn und Helmut Ungermann ein großes Dankeschön.
Unsere damalige Spitzenmannschaft im 2er Radball waren Karl Heinz Martin mit Schorsch Weingärtner. Sie schafften den Bundesligaaufstieg 1963, und holten sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin den 3. Platz. Den Vicemeistertitel errangen sie 1967.
Ich kann mich erinnern, dass bei Fahrrad Schäfer in Langenselbold die ersten „Bauer“ Radball Maschinen gekauft wurden, und diese wurden in Ratenzahlungen von den beiden Spielern privat abgezahlt.
Mit Wilhelm Spatz, Karlheinz Ruth, und Dieter Fuchs um nur einige zu nennen, hatten wir auch ausgezeichnete Radballspieler, die in der Bundes und Regionalliga spielten.
Nicht zu vergessen, die Sportler die in der Oberliga-Landesliga und in der Bezirksklasse ihr Können zeigten.
Alle Namen der Sportler aufzählen hierfür würde die Zeit nicht reichen, dafür bitte ich sie um Verständnis.
1966 erfolgte ein Führungswechsel, Ferdinand Vinsonüber nahm die Vereinsführung.
Es gab eine neue Disziplin – 6er Rasenradball - gleich konnten wir bei der westdeutschen Meisterschaft den 3. Platz belegen.
Nach dem Rücktritt von Helga Martin-Schulz,
trat im 1êr Kunstradfahren Wolfgang Herdt in Erscheinung.
Er konnte den Hessenmeistertitel der Schülerklasse erringen.
Es folgte 1967 der Wechsel von „ARKB Solidarität“ zum Bund Deutscher Radfahrer. Unser neuer Namen war „Frisch Auf“ 1910 e.V. Langenselbold
Dies war natürlich auch eine Herausforderung für unsere Sportler. Da ein Zusammenschluss beider Verbände nicht zustand kam entschloss sich der Verein zum BDR überzutreten. Alle Spitzensportler der „Solitarität“ Deutschland traten
dem BDR bei. Sie konnten in den gleichen Spielklassen eingestuft werden, was unserer Leistungsstärke entsprach.
Es folgte eine Einladung in die DDR. Zu dem Radsportverein
„Lokomotive Erfurt“ dem damaligen Vizeweltmeister.
Dies hatte zur Folge, dass sich eine kleine Gruppe
der Mitglieder und Sportler von uns getrennt haben,
und es hat sich ein neuer Radportklub 1911 in Langenselbold gegründet.Inzwischen gehören sie auch dem BDR an,
und können große Erfolge verzeichnen.
Das neue Jahrzehnt 1970 stand an.
Wieder feierte man ein Fest. Das 60jährige Vereinsbestehen gemeinsam mit dem Bezirk Main-Spessart.
Im 1er Kunstfahren mit Wolfgang Herdt setzten sich die Erfolge mit vielen Meistertiteln fort.
Sehr erfolgreich war die Schülermannschaft im 2er Radball mit Lothar Ungermann und Heinrich Ruth sie wurden Hessenmeister.
Folgende Hessenmeistertitel holten:
Thomas Herdt 1er Kunstfahren Schüler B
Wolfgang Herdt – 1er Kunstfahren Schüler A
1973 wurde Wolfgang Herdt Hessenmeister
und bei den Deutschen Meisterschaften den 5. Platz
Heinz Ruth und Jürgen Loosz wurden Hessenmeister
im 2er Radball der Jugend und bei den deutschen Meisterschaften
belegten sie den 3.PLatz
Erfolgreich waren wir auch mit unserer 5er Mannschaft im Radball,
1979 konnten wir uns wieder in der höchsten Spielklasse behaupten.
Es gab noch andere Aktivitäten in unserem Verein:
Man pflegte Frauenabende, Weihnachtsfeiern, Wanderungen, Ausflüge, Kegelturniere man besuchte Lehrgänge für
Schiedsrichter und Trainer.
Auch konnte der Verein einen Bundesschiedsrichter mit Karlheinz Dorn vorzeigen.
1975 veranstalteten wir eine Jubiläumswoche
Wir trugen die Hessenmeisterschaften im Reigen und Kunstfahren aus.
Aus gesundheitlichen Gründen musste der erfolgreiche Sportler im 1er Kunstradfahren, Wolfgang Herdt seine Laufbahn beenden.
Doch in den 80ziger Jahren wurde es still in der Kunstfahrabteilung und man vesuchte es mit den Radpolomädchen, Gabi Weingärtner, Carmen Rösch,
Birgit Sievers, Katharina van der Horst.
1982 erfolgte ein Führungswechsel, Ferdinand Vinson gab nach 16 Jahren Vereinsführung die Geschicke an Gisela Weingärtner-Martin. Vinson wurde zum Ehrenvorsitzen ernannt, und erhielt den Ehrenbrief des Landes Hessen. Seine Frau Elisabeth wurde Ehrenmitglied.
Bei der Langenselbolder Stadterhebung 1983 nahmen wir an allen Aktivitäten teil. IM Festzug zeigten wir uns mit historischen Rädern.
Es folgte 1985-
75 Jahre Radsportverein „Frisch Auf“ 1910 e.V,
Gefeiert wurde es bei strahlendem Wetter in der Herrenscheune und Schlosspark.
Bei der Akademischen Feier im Saal des „Friedrichseck“ konnten wir viele Gäste begrüßen, wie auch heute in der Klosterberghalle auch die Mitgliederzahl stieg nach unserem Jubiläum.
Im sportlichen Bereich konnten wir uns im Mittelfeld behaupten. Im 5er Radball stiegen wir in die Oberligaklasse auf.
So haben wir uns auf Radball konzentriert, da die Abteilung Kunstradfahren und Polo aufgelöst wurde.
In den 90 ziger Jahren konnten wir mit der 5er Radball Mannschaft
den Aufstieg in die Bundesliga starten.
Belegten den 4 Platz bei den Hessenmeisterschaften.
Bis 1995 konnten wir den Platz in der Bundesliga halten.
Im 2er Radball mit Holger Rösch/Manfred Müller sie mussten leider von der Oberliga in die Verbandsliga absteigen.
Bei den Schülern zeigten sich gute Ergebnisse. Die Mannschaft Bitsch/Bartel scheiterte im Viertelfinale zur Deutschen Meisterschaft mit dem 4. Rang.
In der Vereinsführung fand ein wechsel statt, Kurt Bitsch übernahm
für die nächsten 2 Jahre die Vereinsführung.
Danach folgte Robert Rösch und wieder im Jahr 2000 Kurt Bitsch.
Helmut Ungermann war viele Jahre Sportleiter und
der Mann fürs Grobe d.h. er reparierte die
Radball Maschinen damit sie immer spielbereit zur Verfügung standen.
Inzwischen kostet ein Radballmaschine ca. 1800€ ohne die anfallenden Ersatzteilkosten.
Die 5er Mannschaft schafte den Aufstieg in die Bundesliga.
Jugend und Schüler Klassen zeigten gute Leistungen.
Bei der jährlichen Sportlerehrung durch die Stadt Langenselbold waren wir immer gut Vertreten.
2006 fand ein Generationswechsel in der Vereinsführung statt.
Aus den Reihen der aktiven Sportler konnte man
Joachim van Klev als Vorsitzenden gewinnen.
Auch weitere Vorstandsmitglieder
kommen aus dem aktiven Bereich.
Dann begannen die Vorbereitungen für
„ 100 Jahre Radsport- Langenselbold“,
eine Herausforderung für den jungen Vorstand.
Aus bescheidenen Anfängen ist in den 100 Jahren ein gut angesehener und mit vielen sportlichen Erfolgen dekorierter Verein herangewachsen. Durch diese Erfolge haben wir maßgeblich zum Ansehen des Radsports beigetragen.
Das schönste, an allem zurückblickend sei, dass der Spielbetrieb auch heute noch weitergeht.
Akademische Feier am 18.96.2010 in der Klosterberghalle.
Siehe Bericht des Hanauer Anzeigers .